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Juni 03, 2025

Lesezeit

 Tracy Chevalier, hat mich mitgenommen in das frühe 19. Jahrhundert, an die raue Küste von Lyme Regis, England. Heute möchte ich euch einladen, mit mir ein wenig von versteinerten Lebewesen zu träumen.  Mit "Zwei bemerkenswerte Frauen" tauchen wir ein in die Welt der Fossilienjagd und begegnen zwei außergewöhnlichen Frauen, die gegen die vorherrschenden Konventionen ihrer Zeit antreten: Elizabeth Philpot und Mary Anning.


Der Roman beleuchtet die ungewöhnliche Freundschaft zwischen der kultivierten, aus London stammenden Elizabeth Philpot und der aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Mary Anning, die schon als Kind mit ihrer Familie Fossilien sammelt und verkauft, um zu überleben. Trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Stellungen verbindet die beiden eine gemeinsame, obsessive Faszination für die "seltsamen Steine", die sie an den Klippen finden.


Der Autorin gelingt es meisterhaft, das Milieu und die Herausforderungen der damaligen Zeit einzufangen. Sie zeigt, wie Frauen in der von Männern dominierten Wissenschaftswelt des 19. Jahrhunderts um Anerkennung kämpfen mussten. Mary Anning, die wirklich spektakuläre Funde wie das Ichthyosaurier-Skelett machte, wird natürlich oft als Entdeckerin übergangen, während Elizabeth Philpot mit ihrem intellektuellen Wissensdurst als "Blaustrumpf" belächelt wird. Der Roman thematisiert eindringlich die damaligen wissenschaftlichen und theologischen Debatten, die durch die Funde der beiden Frauen ausgelöst wurden – Debatten, die das herkömmliche Weltbild ins Wanken brachten.

"Zwei bemerkenswerte Frauen" ist eine leise Geschichte über wissenschaftliche Entdeckungen, Klassenschranken und die Kraft weiblicher Freundschaft. Chevalier führt uns Leserinnen und Leser zu einem tiefen Verständnis für ihre Gedanken, Gefühle und Motivationen. Die Sprache ist atmosphärisch und fesselnd, und man spürt die Gischt des Meeres und die Spannung bei jedem neuen Fund.

Fazit: "Zwei bemerkenswerte Frauen" ist ein hochinteressanter und bewegender historischer Roman, der zwei Pionierinnen der Paläontologie ein verdientes literarisches Denkmal setzt. Wer sich für die Geschichte der Wissenschaft, starke Frauenfiguren und Geheimnisse der Vergangenheit begeistert, wird dieses Buch mögen. Also: Eine klare Leseempfehlung!




August 30, 2024

Wie kommen Bücher zu mir?

Oft sind es Gedanken oder Sätze die mir auffallen, mich ansprechen oder in einen inneren Dialog mit mir gehen. Oder ich lese über Biografien von Autorinnen und Autoren, die ich interessant finde, die mich neugierig machen, mehr zu lesen. Bestsellerlisten gehören nicht zu meiner Lektüre und trotzdem stellen sich viele der literarischen Kostbarkeiten als Schätze heraus. Wie z.B. die Autorin Olga Tokarczuk, geboren 1962, eine polnische Psychologin und Autorin, die ich im Juni entdeckt habe. Im Jahr 2019 erhielt sie für ihr Buch „Unrast“ rückwirkend den Nobelpreis für Literatur des Jahres 2018, der zuvor nicht vergeben wurde.

Heute stelle ich ihr Buch „Der Gesang der Fledermäuse“ vor. Ein moralischer Thriller, so heißt es im Klappentext, der den Leserinnen und Lesern die Erzählerin, Janina Duszejko, näherbringt. Sie lebt alleine auf einem Hochplateau des Glatzer Kessel (siehe unten ***), irgendwo am Rande der zivilisierten Welt, wo sie ihren Leidenschaften, der Astrologie und der Wortkunst - und ihre Liebe zu Tieren lebt.

Als in ihrer Umgebung eine Leiche nach der anderen gefunden wird, scheint sie der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Dabei nutzt sie, die allgemein als Verrückte angesehen wird, das „unauffällige Erscheinungsbild einer alten Frau, oft mit einer Plastiktüte in der Hand“, irgendwo unterwegs auf Feld- und Waldwegen.  

Das unauffällige Erscheinungsbild einer alten Frau, steht da. Wo fängt es an? Wie sehe ich ältere Frauen in meinem Alltag, auf meinen Wegen und wie sehen sie mich? Das sind Gedanken, die sich zu ergründen lohnen. Und ich kann mir vorstellen, dass Bücher und die Gedanken anderer Autorinnen hilfreich sind, sich dieser Thematik zu stellen. Noch ein anderer Gedanke keimt in mir auf. Versteckt der Titel noch eine untergründige Botschaft? Dürfen ältere Damen als singende Fledermäuse interpretiert werden? Eine Gattung, die man am Tage nicht sieht und deren Lieder und Gesänge für Menschenohren nicht hörbar sind. Und, deren Aufenthaltsorte als düster und melancholisch gelten dürfen. Hmmm ...

Ich liebe den Roman, die Stimmung des Waldes, die Sprache, die die Autorin erdacht hat und die vielen nachdenklich stimmenden Sätze, die mich immer wieder überrascht und erfreut haben. So denkt die Protagonistin beispielsweise über einen ihrer Nachbarn: „… und es sieht so aus, als hätte er beschlossen, ein neues Leben zu beginnen, wie jeder, dem die Ideen und die Mittel für das alte Leben ausgegangen sind“.

Oder sie philosophiert über eine alternde Realität: „Heute wagt es niemand mehr, etwas Neues zu denken. Alle sagen nur pausenlos, wie es ist, und spinnen die alten Gedanken weiter.“

Das sind Gedanken, die man stundenlang weiterspinnen könnte und oft tue ich das auch für mich, in meinem Kämmerlein und auf meinen Spaziergängen.

Eine Theorie, die die Autorin ihre Ich-Erzählerin denken lässt, fasziniert mich ebenfalls sehr. Sie schreibt: „ … Ich glaube nämlich, unsere menschliche Psyche ist dazu da, um uns vor dem Anblick der Wahrheit zu bewahren. Um uns keinen direkten Einblick in den Mechanismus zu erlauben. Die Psyche ist unser Immunsystem - sie sorgt dafür, dass wir niemals verstehen, was um uns herum vorgeht. Hauptsächlich ist sie damit befasst, Informationen zu filtern, auch wenn die Möglichkeiten unseres Gehirns gigantisch sind. Doch alles Wissen wäre nicht zu ertragen. Denn jedes kleinste Teilchen der Welt ist aus Leid zusammengesetzt. ..."


So verwundert eigentlich das fulminante Ende des Romans nicht wirklich. Die Autorin hat zwar Hinweise gestreut, die aber in meinem Lesefluss untergegangen sind. Erst beim Nachlesen wurden sie für mich sichtbar. Ich hatte der Protagonistin zu viel Aufmerksamkeit entgegengebracht, und mein ungefiltertes Wohlwollen, vielleicht…


Vielleicht konnte ich euch neugierig machen auf dieses feine, nachdenkliche Buch und hoffe, dass ich nicht zu viel verraten habe. Meine Ausgabe ist die erste Auflage der deutschen Ausgabe aus dem Jahr 2011. Verlegt wurde das Buch bei Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung, Frankfurt am Main.

 

 

 

*** Glatzer Kessel (polnisch Kotlina Kłodzkatschechisch Kladská kotlina) ist eine geographische Bezeichnung für ein Gebiet innerhalb der ehemaligen Grafschaft Glatz. Das Gebiet entspricht seit Kriegsende 1945 weitgehend dem polnischen Powiat Kłodzki. Nach petrologisch-tektonischen Gesichtspunkten gehört es zum Landschaftsraum der Innersudetischen Senke.

Quelle: Wikipedia


KI-generiertes Bild



Juni 06, 2022

Mairegen





Du hast deine warme Seele
um mein verwittertes Herz geschlungen,
Und all seine dunklen Töne
Sind wie ferne Donner verklungen.

Aber es kann nicht mehr jauchzen
Mit seiner wilden Wunde,
Und wunschlos in deinem Arme
Liegt mein Mund auf deinem Munde.

Und ich höre dich leise weinen,
Und es ist – die Nacht bewegt sich kaum –
Als fiele ein Maienregen
Auf meinen greisen Traum.


 Else Lasker-Schüler






            Else Lasker-Schüler 1875 (Bild: gemeinfrei, Quelle: Wikipedia)





Juni 01, 2022

Gedanken zum Leben


 und zu den Menschen, von Elisabeth Kübler-Ross:

Die schönsten Menschen, die ich kennen gelernt habe,
sind die, die Niederlagen einstecken mussten,
die Leid, Schicksalsschläge und Verlust erfahren haben,
und die es dennoch schafften,
immer wieder ihren Weg aus der Tiefe heraus zu finden.

Ihre Erfahrungen gaben ihnen eine Wertschätzung,
eine Empfindsamkeit und ein Verständnis vom Leben,
die sie in Mitgefühl, Sanftheit und in tiefer Liebe auf andere
Menschen zugehen lassen.

Ein schöner Mensch wird nicht geboren.
Ein Mensch wird schön durch die Kraft,
sich über seine Tiefschläge zu erheben und daran zu reifen.

Elisabeth Kübler-Ross











Elisabeth Kübler-Ross, Psychiaterin, Sterbeforscherin, Suchende

Mai 26, 2022

Bäume

 





Immer sind es Bäume

die mich verzaubern

Aus ihrem Wurzelwerk schöpfe ich

die Kraft für mein Lied


Ihr Laub flüstert mir

grüne Geschichten

Jeder Baum ein Gebet

das den Himmel beschwört


Grün die Farbe der Gnade

Grün die Farbe des Glücks


(Rose Ausländer)





Januar 20, 2014

Weibsbilder

Für mich ist es immer noch wichtig, sich der Frauen zu erinnern, die vor uns da waren, die um Anerkennung kämpfen mussten, deren Wünsche und Inspirationen nicht für Jedermann sichtbar waren.    


 So kam ich auf diese Collage. Vordergründig ein von Männern und den damaligen Gegebenheiten bestimmtes Leben. Klappt man den ersten Teil auf ...


werden die bunten Blüten und Frauen sichtbar. Die Träume, 
die Blumen, die Farben.


Und so denke ich an Hilde Domin - ein Wort von ihr:

Auf dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei.

Jaaa, meine Lieben, das wünsche ich uns jeden Tag 
(und besonders an Montagen :))


Eure Erika




Juni 26, 2013

Purple and Green


In dieser Woche übe ich die Verwendung meiner neuen Stempel. Und die Farben der Summer of Color Woche 3, begeistern mich gerade sehr!
Ich mag es auch, mir kleine Zitate auszuwählen und diese in den Collagen zu verarbeiten.

This week I exercise myself in using my new stamps. And the colors of Summer of Color Week 3, inspire me very much! I like it also to select small quotes and do process them in my collages.



  


Das, was wir sind, sind wir durch unser Leben.
*** Fanny Tarnow ***
Deutsche Schriftstellerin

This what we are, we are through our life.
Fanny Tarnow
German writer

Frei will ich sein - und ganz mein
und was ich gebe, soll mich nicht binden.
*** Bettine von Arnim ***
Deutsche Schriftstellerin

I want to be free - and all to myself
and what I give, this should not bind me.
Bettine von Arnim
German writer

Leider kommen die Farbtöne heute nicht gut zur Geltung, wir haben einfach zu wenig Licht, gerade, und mit dem Blitz fotografiert, reflektiert es zu stark.  

Unfortunately, the colors are still not very good, becaus we just have too little light, and photographed with a flash, it reflects too much.

Das "violet/purple" erinnert mich an mein Poesiealbum, das ich als Kind sehr gerne mochte. Und so musste ich einfach ein wenig mit diesen nostalgischen Elementen spielen.
This "violet/ purple" reminds me of my poetry album, which as a child I liked very much. And so I just had a little play with these nostalgic elements.


Und so sende ich an dieser Stelle allerliebste Grüße zu Kristin und 
die mir diese schöne Erinnerung beschert hat.
And so at this point I send big warm greetings to Kristin and dearest
http://twinkletwinklelikeastar.blogspot.de/
which has given me this beautiful memory.
 


Eure Erika

März 06, 2013

Weltfrauentag und Stimmrechte


 
(Clara Zetkin und Rosa Luxemburg)



Der Weltfrauentag wird  seit dem Jahr 1917 am 8. März gefeiert.
 
 In früheren Jahren gab es andere Termine, die Ihr bei Interesse z.B.
 
 bei Wikipedia nachlesen könnt.  Dort könnt Ihr auch nachlesen, dass
 
 die deutsche Sozialistin Clara Zetkin, auf der Zweiten
 
Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz, am 27. August 1910,
 
in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages
 
 vorgeschlagen hat. Die Idee dazu kam aus den USA.
 
Dort hatten Frauen der Sozialistischn Partei Amrikas (SPA)
 
1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, welches  beschloss, einen
 
besonderen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu initiieren.
 
 
Der Beschluss in Kopenhagen lautete:
„Im Einvernehmen mit den klassenbewussten politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats in ihrem Lande veranstalten die sozialistischen Frauen aller Länder jedes Jahr einen Frauentag, der in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dient. […] Der Frauentag muß einen internationalen Charakter tragen und ist sorgfältig vorzubereiten.“
 
Quelle Text und Foto: Wikipedia
 

* * * * *
 
Für mich war es selbstverständlich, dass ich mit Erreichen des

18. Lebensjahres  auch mein Wahlrecht ausüben würde.

Ebenso würde  ich meinen Führerschein machen,

 einen Beruf erlernen und mein eigenes Geld erarbeiten.
 
Ich bin ein Kind der 60 er/ 70 er Jahre und noch für meine Mutter

 waren diese  Dinge keine Selbstverständlichkeit.

Wollte sie z.B.  damals berufstätig sein,

 brauchte sie dazu die Erlaubnis ihres Mannes.
 
 Könnt Ihr Euch das vorstellen -
 
Ihr müßtet Eure Männer fragen, ob Ihr arbeiten dürft?
 
 
Davon abgesehen frage ich mich immer öfter, wofür wir Frauen/ Menschen
 
 uns heute einsetzen sollten, um bestehende Ungleichgewichte
 
auszutarieren. Wo sind unsere Stimmen heute gefragt!
 
 
Ich freue mich schon auf Eure Gedanken und
 
schicke Euch allen herzliche Grüße
 
aus dem Blauen Haus
 
 
Eure Erika