Dienstag, 17. Januar 2017

Bilder-Pingpong im Januar

Das Impulsfoto im Januar kommt von Lucia. Es ist entstanden in ihren wunderbaren Schreibtischwelten hier. Gemeinsam mit Ghislana, deren Blog Jahreszeitenbriefe hier zu finden ist, werden in der monatlichen Blogaktion (Bilder-Pingpong) Impulsfotos in die Runde geworfen, die auffordern zu kreativem Tun. Nähere Infos lest bitte hier.


Das ziegelrote Dach, weckte in mir die Assoziation "Dachkammerpoet". Unter Dächern wird gelebt, geliebt, geschrieben, und so vieles mehr...  Dranbleiben an Erleuchtung ist immer wieder mein Thema. So flogen die Dachziegel in die Luft und hatten die Worte eines meiner Gedichte im Gepäck.




 Der zweite Impuls brachte die Ziegel zum Schweben. Das rote Transparentpapier symbolisiert die Schwierigkeiten, denen man auf dem Weg der Erleuchtung begegnet. Die Transparenz ist gewollt. Sie verweist auf das Dahinterliegende, das nicht verschwindet, sondern stets vorhanden ist.


 Eine "verspielte" Variante konnte ich mir als Kind der 60er Jahre nicht verkneifen. Vielleicht kennen einige von Euch noch die Pril-Blumen, die an allen möglichen und unmöglichen Orten aufgeklebt wurden. Ich mochte sie, da sie Farbe in einen eher monochromen Alltag brachten.
Also gab es Blümchen auf dem Dach, mit deren Hilfe Worte irgendwie leichter werden ...




Liebe

das Gesetz des Anfangs
lädt ein,
zum
Resonanzen sammeln

die Kunst des Zusammenlebens
sucht Polarität,
und findet
Spiegel im Schatten

Spielregeln in der Mitte
kultiviert,
um
Leben zu überstehen

Dranbleiben an Erleuchtung



Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder? Was meint ihr?
Habt eine gute Zeit und seid herzlich gegrüßt ...







Sonntag, 1. Januar 2017

Dankbarkeit

Empfänger unbekannt

Vielen Dank für die Wolken.
Vielen Dank für das Wohltemperierte Klavier
und, warum nicht, für die warmen Winterstiefel.
Vielen Dank für mein sonderbares Gehirn
und für allerhand andre verborgne Organe.,
für die Luft und natürlich für den Bordeaux.
Herzlichen Dank dafür, dass mir das Feuerzeug nicht ausgeht.,
und die Begierde und das Bedauern, das inständige Bedauern.
Vielen Dank für die Jahreszeiten,
für die Zahl e und das Koffein,
und natürlich für die Erdbeeren auf dem Teller,
gemalt von Chardin, sowie für den Schlaf,
für den Schlaf ganz besonders,
und, damit ich es nicht vergesse,
für den Anfang und das Ende
und die paar Minuten dazwischen
inständigen Dank,
meinetwegen für die Wühlmäuse draußen im Garten auch.

Hans Magnus Enzensberger






Ich bin dankbar für die Advent mail art (hier)  die Tabea und Michaela auch in diesem Jahr wieder gestartet haben. Dankbar allen Mitgliederinnen der Gruppe 3, deren Post mir an jedem Adventstag im Dezember ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Und wie bei allen anderen Mail art - Aktionen auch, habe ich dieses Gefühl so viel mehr bekommen zu haben, als ich gegeben habe.



Danke euch allen!

Erika








Mittwoch, 28. Dezember 2016

Manchmal


Manchmal spricht ein Baum
durch das Fenster mir Mut zu.
Manchmal leuchtet ein Buch
als Stern auf meinem Himmel
manchmal ein Mensch,
den ich nicht kenne,
der meine Worte erkennt.

Rose Ausländer




Ihr Lieben, langsam melde ich mich aus meiner Blogpause zurück. Es gab Umbrüche, Veränderungen, die ihre Zeit brauchten, ihre eigene Dynamik hatten. Kraft gekostet haben. Ich danke euch dafür, dass ihr mir die Treue gehalten habt! Dass ihr hin und wieder ein wenig herein schauen wollt, ins Blaue Haus. Möglicherweise wird mein Neubeginn etwas holprig, lasst uns einfach schauen was passiert ...




Alles Liebe

Erika




Montag, 10. Oktober 2016

Mein Herbstmädchen

ist fast fertig. Die Strümpfe fehlen noch und vielleicht noch geflochtene Zöpfe ... und eine Tasche ... und ...


Sie entstand für die Puppenmitmachereibei von Naturkinder (das vierte Treffen) und Mariengold (hier). Ich hatte mir vorgenommen, eine Puppe nach Pippis Vorbild zu fertigen. Darüber habe ich hier geschrieben.


Hmm, es ist eine Sache, eine Puppe zum Leben zu erwecken, und es ist eine andere Sache, einen bereits bestehenden Charakter nachzuempfinden. Ich hatte dieses Bild im Kopf, aus meiner Kindheit und es war Inger Nilsson. Schon bei der Augenfarbe spürte ich, dies ist nicht meine Pippi. Die "Inger-Pippi" hat blaue Augen, mir stand der Sinn  nach grünen Augen, und doch habe mich für blaue entschieden. Und irgendwie stimmt es nicht. 


Pipis Zöpfe sind geflochten, mir gefallen heute offene Zöpfe besser.  So wie mir Pipi heute der Rolle ein weg zu angepaßt scheint. Es ist schwierig, dafür die passenden Worte zu finden. 


Pipis Farben, die die Farben des Herbstes sind, tauchen auch auf meiner Leinwand auf. Auch das Bild ist noch unfertig, ohne das ich sagen könnte, was noch kommen wird. Ich vermute, es mangelt noch an  dunklen Farben, die der Jahreszeit Tiefe geben.


Es sind stille Herbsttage, und ich habe im Internet ein Gedicht gefunden, das Fra Giovanni Giocondo im Jahre 1513, zum Weihnachtsfest an Gräfin Allagia geschrieben hat. Ich möchte es hier teilen: 

* * * * *

„Ich grüße Dich als Freund, und tief ist meine Liebe für Dich. Nichts kann ich Dir geben, das Du nicht schon hättest. Du aber kannst vieles, sehr vieles nehmen, was ich nicht geben kann. Es gibt für uns erst einen Himmel, wenn unser Herz im Hier und Jetzt zur Ruhe kommt. Nimm also den Himmel! Es gibt keinen künftigen Frieden, der nicht schon jetzt in diesem Augenblick verborgen läge. Nimm also den Frieden!

Die Schwermut der Welt ist nur ein Schatten. Dahinter, und doch zum Greifen nahe, liegt Freude. Mitten in der Finsternis strahlen Glanz und Herrlichkeit, wenn wir nur sehen können. Und um zu sehen, müssen wir nur schauen. Ich beschwöre Dich also, mach‘ Deine Augen auf!

Das Leben schenkt so großzügig. Wir aber urteilen nach der äußeren Hülle der Gaben und verwerfen es als hässlich, schwer oder hart. Schaue unter die Hülle und Du wirst eine lebendige Pracht finden, von Liebe gewoben in Weisheit und mit Kraft. Nimm‘ dieses Geschenk dankbar in Empfang und Du wirst die Hand des Engels fühlen, die es Dir bringt. Alles, was wir Heimsuchung, Leid oder Verpflichtung nennen, kommt, glaube mir, aus des Engels Hand; es ist Geschenk und Wunder einer überschattenden Gegenwart.

So auch Deine Freuden. Sei nicht zufrieden mit ihnen als bloße Freuden; auch sie verbergen göttlichere Gaben. Das Leben ist so voller Sinn und Bedeutung, so voll verschleierter Schönheit, dass Du entdecken wirst: Die Welt verhüllt nur Deinen Himmel. Habe also Mut, ihn zu beanspruchen! Darauf allein kommt es an. Aber Mut hast Du ja, und die Gewissheit, dass wir gemeinsam als Pilger auf dem Weg sind durch fremdes Land heimwärts.

Und so grüße ich Dich denn zu dieser Jahreszeit, nicht wie die Welt Grüße sendet, sondern mit tiefer Ehrfurcht und bete, dass für Dich „der Tag anbrechen möge und die Schatten weichen“, jetzt und für immer.“

* * * * *

Und so grüße ich Euch!