November 03, 2015

Ein Rotschopf

namens Clara ist in der Puppenwerkstatt geschlüpft.


Sie ist stolze 38 cm groß. Aus Puppentrikot nach Waldorfart genäht und mit Schafwolle gefüllt. Ihr Kleid ist, wie das von Milli , aus Tilda-Baumwollstoff genäht.


 Die roten Haare sind recht lang und werden im Nacken von einer Schleife gezähmt. 


 Auch Clara ist eine eifrige Leseratte. Sie schmökert zu gerne in einem Weihnachtsbüchlein.


Im Nähzimmer geht es nun hoch her. Es wird gekichert, erzählt, und Tee getrunken. Auch den einen oder anderen Weihnachtswunsch habe ich gehört. Und bei mir denke ich, meine Güte, wo ist das Jahr geblieben ...


Habt eine gute Zeit, Ihr lieben Leserinnen. Mit einer schönen Tasse Tee, einer geselligen Plauderei und vielleicht schon dem ersten, heimlichen Weihnachtswunsch ...


Eure Erika


Zwischen Sanddorn und Holunder

 schmiegt sich eine neue Igelburg. 


Sie ist aus älteren übrig gebliebenen Randsteinen gebaut. Mit gesichertem Eingang, Dachpappe und Steinen zur Beschwerung derselben. Das bunte Laub macht sie fast unsichtbar. Wir haben im letzten Jahr in einem ruhigen Gartenteil eine ähnliche gebaut, die auch im Winter bewohnt war.  



Im Sommer haben wir an der Pforte immer öfter einen erwachsenen Igel gesehen, der sogar in die Küche kam, um Katzenfutter zu mopsen.


Nun hat sich Nachwuchs eingestellt, der noch sehr klein ist, und der auch tagsüber auf Futtersuche ist. Auf den Bildern ist er bereits gewachsen und wir hoffen sehr, dass er - oder sie, den Winter gut übersteht.


Die Chancen stehen gut, bei milden Herbstwetter. Es "entschädigt" sehr für kalte Regentage im Sommer. Das Licht ist phantastisch und lockt uns so oft wie möglich hinaus.  


* * *


Nur einen Tag später haben wir schönsten Nebel. Der Herbst fasziniert mich in diesem Jahr besonders. Das Fest aus Licht und Schatten und Farben ist zu schön. Auf Spaziergängen mit Mann und Maus liebe ich besonders die flüchtigen Momente, während derer die Blätter rieseln. Mich mitnehmen auf ihre Reise zwischen Himmel und Erde.


An diesem Bild, arbeite ich seit längere Zeit. Begonnen, verworfen, neue Idee, neuer Rhythmus. 


Es sind Nebelfrauen, die in diese Jahreszeit wollten. Dazu finde ich Gedanken von Fernando Pessoa passend: 

"Jeder von uns ist mehrere,
ist viele, 
ein Übermaß an Selbsten".







Oktober 22, 2015

Milli

heißt die Neue. Sie ist meine zweite selbst genähte Puppe, nach Art der Waldorfpuppen. Weil ich mich nur schwer entscheiden mag, welches der Bilder,
 die ich heute gemacht habe zeigen will, müßt Ihr stark sein. 
Es kommen einige auf Euch zu.


 Milli ist aus Puppentrikot genäht und mit Schafwolle gefüllt. Ihr Kleid ist aus feiner Baumwolle, einem Tilda-Stoff. In die zarten Blüten habe ich mich schon vor einer Weile verliebt, wollte eigentlich Schafe daraus nähen, oder oder ...




Die Jacke habe ich gehäkelt, nur mit den passenden Schuhen klappte es noch nicht. Sie fallen größer aus, als sie sollen und dürfen daher nicht mit aufs Bild.


Milli ist eine zurückhaltende Puppe. Sie steckt ihren Kopf gerne in ein Buch -


 und vergißt ganz, dass sie einen Fototermin mit mir hat. 


Sie hat ein eigenes Köfferchen bekommen und ich bin sicher, dass da noch mehr Lektüre drin steckt. Zeigen wollte sie den Inhalt heute nicht. Sie meinte, dass ich am Wochenende einen Blick riskieren dürfe. 


Ihre Freundin Emmi ist aus der Familie der von Käthe Kruse gefertigten Puppen. Sie ist 38 cm groß. Milli sollte ca. 40 cm groß werden, was aufgrund meiner großzügigen Auslegung des Puppenschnitts nicht gelungen ist, hüstel ... 


Hier kann man die Größenunterschiede noch einmal gut sehen. Die Käthe Kruse-Puppe ist die zweite ihrer Art, die hier eingezogen ist. 
Mein Liebster hat sie mir geschenkt. Sie ist nicht nur hübsch anzuschauen, 
sondern hilft mir beim Puppenmachen.


Ich kann nun einiges besser verstehen, was aus den Schnitten alleine   nicht immer nachvollziehbar war. Z.B. die Dicke der Gliedmaßen oder wie fest sie gestopft ist. Auch die Haare sind ein kniffliges Thema für mich. Es gelingt mir nicht, mich zu beschränken. Irgendwie liebe ich diese dichten Mähnen. Sie sehen herrlich nonkonform aus, drücken Individualität aus.

 * * * * *

An der Staffelei sind diese beiden himmlischen Schwestern entstanden. Ich widme sie meinem Schwesterherz. 




Das Bild entstand in Mischtechnik aus Ölfarben, 
Gel- und Aquarellstiften. 


So danke ich Euch, dass Ihr bis hier durchgehalten habt. Es ist ein "puppenlastiges" Posting, weil es sich deutlich heraus kristallisiert, dass ich das nicht missen möchte, dass hier mein Herz schlägt. 

Ich wünsche Euch schöne Herbsttage! Und eine himmlische Schwester an Eurer Seite. Eine, die mit Euch kreativ ist, mit der Ihr Puppen machen könnt ... 
oder Bilder malen ... oder ... oder ... 


Eure Erika & Milli








Oktober 07, 2015

Seligkeitsdinge

 nannte Asteid Lindgren Dinge, die uns berühren, uns verzaubern, an die wir uns zu gerne erinnern und die wir leben. In den vergangenen Wochen habe ich über meine  Seligkeitsdinge nachgedacht. Ich habe Bilder gemalt, Worte geschrieben, mich an Blumen berauscht.

Öl auf Holz
 Noch suche ich einen Weg, diese Seligkeitsdinge in einen Rahmen zu geben. Schaue mit Sehnsucht zu den Menschen, die eine Richtung so klar als die ihre definieren können. Wünsche mir, nicht immer hin und her zu pendeln. Und habe doch keine Wahl, es so zu leben, wie es in mir Zeit und Raum fordert. Das ewig gleiche und immer neue "Anerkennen was ist" scheint immerwährend wie das Gras.

Öl auf Leinwand
Ein Seligkeitsding ist der kleine Holzschnitt von Sabine Nier. Gefunden in der Galerie im Kloster, in Riebnitz Damgarten, schaut er nun zusammen mit anderen auf mein Tun am Schreibtisch.


Ein anderes Seligkeitsding sind Puppen. Puppen anschauen, berühren, machen.


So bin ich gerade  bei den Waldorfpuppen gelandet.



Und schaue zu gerne in Karin Neuschütz Buch "Die Waldorfpuppe". Es gehört zu meinen ersten Büchern übers Puppenmachen und ist für mich und für viele andere die Waldorfpuppenbibel schlechthin. Schon ein wenig betagt aber immer noch uneingeschränkt empfehlenswert.


Bin selig über das kreative Chaos, das zum Puppenmachen gehört wie die Henne zum Ei. Und bin auch dankbar für diesen, in meinem Empfinden, herbstlichen Augenschmaus.


Was sind Eure Seligkeitsdinge? 


Was zaubert Euch Lächeln und Freude in Gesicht und Herz? 



Seid herzlich gegrüßt, aus dem Blauen Haus. Und bedankt dafür, 

dass Ihr mir die Treue gehalten habt - und für Euren Besuch.

Habt es fein!



PS: Die Häuser am Meer verlinke ich zu art-journal-journey .




September 07, 2015

Wohin die Reise geht

nach diesen herrlichen, langen und lichtvollen Tagen auf dem Darß ...




Ich fühle mich sehr eins mit mir und im Inneren - in diesen Tagen. 
Nicht bereit, in alten Bahnen zu wollen, zu sollen. 

Da sind so viele neue Eindrücke, die gelebt und nachgefühlt werden wollen. 
Neue Menschen, die in mein Leben getreten sind, neue Gedanken, neue Bilder 
und neue Wünsche ... vielleicht.

Da ist der Wunsch nachzuspüren, anders zu "sortieren".
Zu achten auf leise Töne, die in den vergangenen Wochen ihre eigene Melodie entwickelt haben.

Andere Farben und Formen, die gelebt und gemalt werden wollen. 
Der Wunsch nach Rückzug und Kommunikation mit mir sind so präsent, dass ich hier eine Blogpause machen möchte, will. Ohne sagen zu können oder zu wollen, 
wie lange sie sein wird. 

Mit einem wunderherzlichen Dank, an all´die wunderbaren Frauen, 
die mich mit Ihren Worten und ihrer Kunst so  reich beschenkt haben. 
Die Teil  meines Weges waren und sind. Die das ihre dazu getan haben, 
dass mein Weg ein schöner Weg war und ist.

Habt Dank dafür, dass Ihr so seid, wie Ihr seid.


Eure Erika