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Sonntag, 7. Juni 2015

Papier in Streifen

Aquarellfarben in Blau und Schwarz und ein Songtext von Juli - "Was hat dich so zerrissen" tummeln sich seit der letzten Woche in meinem Art Journal.


Wie aus dem Nichts tauchen Antworten auf. Aus der Desiderata. Einem von mir sehr geliebten Text, der auch als die Lebensregel von Baltimore bekannt ist.
Desiderata - mag man übersetzen mit " ersehnen, wünschen" - spricht für mich von einer guten, einer erstrebenswerten Welt. Ich füge den Text am Ende dieses Postings ein. Für Interessierte und LiebhaberInnen dieser schönen Worte.

(Das Copyright wurde in den 1920er Jahren von Max Ehrmann beantragt. Seine Nachkommen verloren einen diesbezüglichen Prozeß jedoch, da das Gedicht in den 1940er Jahren ohne Copyright publiziert wurde.)


Und irgendwie fügt sich wieder ein mal zusammen, was auf den ersten Blick nur die Farbe gemeinsam hat.  


Bei der Seite unten geht es mir in erster Linie um den Hintergrund. Ich habe eine Technik ausprobiert, die Mark Mitchell auf seinem Blog How To Be A Childrens Book Illustrator.com  zeigt. Die junge Dame kam später hinzu. Leider kommen die Farben nicht so richtig gut heraus. Eigentlich hat das Bild mehr Tiefe.


Farblich ein wenig aus dem Rahmen, fallen meine Wochenendblümchen auf dem Esstisch. Zarte Rosen und Veronika in Creme und Gelb geben sich hier ein Stelldichein. Die Rosen im Garten sind gerade am Aufblühen. Ich hoffe auf eine sonnige Woche, um den Duft zu genießen und der Linse der Kamera mit feinen Blüten zu schmeicheln. 


Einen schönen Start in die neue Woche, wünsche ich auch Euch. Lasst Euch überraschen, lasst Euren Augen schmeicheln und -
seid herzlich gegrüßt!

Eure Erika



DESIDERATA

Gehe ruhig & gelassen durch Lärm und Hast & sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann. Stehe soweit ohne Selbstaufgabe möglich, in freundlicher Beziehung zu allen Mitmenschen. Äußere deine Wahrheit ruhig & klar und höre anderen zu, auch den Geistlosen & Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte. Meide laute & aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist.

Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest du bitter werden & dir nichtig vorkommen; denn immer wird es jemanden geben, größer oder geringer als du. Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner eigenen Pläne. Bleibe weiter an deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie bescheiden auch immer. Sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.

In deinen geschäftlichen Angelegenheiten laß Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit. Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und überall ist das Leben voller Heldentum.

Sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung. Noch sei zynisch was die Liebe betrifft; denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immerwährend wie das Gras.

Ertrage freundlich-gelassen den Ratschluß der Jahre, gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen. Viele Befürchtungen sind Folge von Erschöpfung und Einsamkeit. Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu dir selbst.

Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume & Sterne; du hast ein Recht hier zu sein. Und ob es dir nun bewußt ist oder nicht: zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorhergesehen. Darum lebe in Frieden mit Gott, was ufür eine Vorstellung du auch von ihm hast und was immer dein Mühen & Sehnen ist. In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte dir den Frieden mit deiner Seele.

Trotz all ihrem Schein, der Plackerei & den zerbrochenen Träumen ist diese Welt doch wunderschön. Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein.