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April 12, 2026

Die Liebende

 


 

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen

Hat mich etwas langsam abgebrochen

Von dem unbewussten dunkeln Jahr.


Etwas hat mein armes warmes Leben

Irgendeinem in die Hand gegeben,

der nicht weiß, was ich noch gestern war.

 

Rainer Maria Rilke






Dezember 13, 2024

Sich kennenlernen

Meine Sterne zeigen heute ein zwiespältiges Gesicht. Ihr Einfluss zeigt sich darin, dass mir eine Periode ungewöhnlich intensiver Gefühle bevorstehen soll.  Sie kennen meine Bedürfnisse und vermitteln mir ihre Botschaft in Form freundlicher Worte. So wird mir eröffnet, dass ich heute Morgen das starke Bedürfnis habe, mich selbst kennenzulernen und das Leben weitgehend durch meine Emotionen zu erleben.

Es kann demnach eine Zeit sein, die nicht allzu gut geeignet ist für Arbeiten, die einen klaren und emotionslosen Geisteszustand erfordern. Klarheit und Emotionslosigkeit sind tatsächlich gerade kein großes Thema für mich. Bin ich etwa gefährdet, im täglichen Leben, bei meinem alltäglichen Tun meine Emotionen zu stark mit einzubringen? Und wenn ja, worin liegt diese Gefahr? Warum soll ich nicht einen Gefühlsreichtum erleben, der mich froh stimmt und durch den Tag trägt.

Sind es nicht die positiven Emotionen, die helfen Ärger und Spannungen zu bewältigen? In einer emotional positiven Verfassung habe ich viel stärker die Gewissheit, mit Schwierigkeiten fertig zu werden und mich innerlich stark und sicher zu fühlen. So kann ich eigene Prozesse überdenken, sie bewerten und ihnen - falls nötig, einen anderen Platz auf meiner Prioritätenliste zuweisen.

Und das Wichtigste: Ich müsste kein schlechtes Gewissen haben, gegenüber meinem Engel. Heute Morgen habe ich davon gelesen, über die Engellieder von Rainer Maria Rilke, irgendwo im Netz. Sofort sprang mich mein Gewissen an, wie es denn sein kann, dass ein „armer“ Engel meinetwegen so leiden müsse. Das muss er nicht und das soll er nicht, erklärt meine innere Stimme. Denke an das, was du weiter oben über die Sterne geschrieben hast und ihre Botschaften. Denke an das Leben das besser gelingt, mit positiven Gefühlen und der Kraft die aus diesen wächst.


Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab´ ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt...

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten, –
denn er muss meiner einsamen Nacht
nicht mehr die ängstlichen Hände halten –
seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.

* * * * *

Ich ließ meinen Engel lange nicht los -Engellieder - Rainer Maria Rilke




März 15, 2023

 



Man muß den Dingen

Man muss den Dingen

die eigene, stille, ungestörte

Entwicklung lassen, 

die tief von innen kommt, 

und durch nichts gedrängt oder

beschleunigt werden kann;

alles ist austragen - 

und dann Gebären…


(Rainer Maria Rilke)




Oktober 01, 2022

Berührt

 haben mich Gedichtzeilen von Rilke ...



"Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten, –
denn er muss meiner einsamen Nacht
nicht mehr die ängstlichen Hände halten –
seit mich mein Engel nicht mehr bewacht."


Rainer Maria Rilke, Engellieder aus dem Band „Dir zur Feier“ (1897/1898).






August 15, 2022

Lass dich von den Lauten nicht verleiten

 



Lass dich von den Lauten nicht verleiten,

die dir fallen aus dem vollen Wind;

warte wachsam, ob zu deinen Saiten

Hände kommen, welche ewig sind.


(Rainer Maria Rilke)









Tageskarte: Acht Kelche - ich folge dem Fluß mit Bedacht. 


Ich habe keine Eile.





Bild Quelle Commons Wikimedia. 

Von Authorship: [Arthur Edward Waite], Pamela Coleman Smith was the artist and worked as an artist 'for hire.' Waite was the copyright holder and he died in 1942. - This image scanned by Holly Voley, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=113970921




August 26, 2016

Die Vögel

singen nicht mehr in den Morgenstunden. 


Es wird Herbst.





 Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten,
Sie fallen mit verneinender Gebärde.
Aus allen Sternen in die Einsamkeit. 

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Und sieh dir andre an: es ist in allen. 

Rainer Maria Rilke (1875-1926)












Januar 17, 2016

Nichts geht verloren

Man muß nie verzweifeln,
wenn einem etwas verloren geht,
ein Mensch, oder eine Freude, oder ein Glück;
es kommt alles noch herrlicher wieder zurück.
Was abfallen muss, fällt ab;
was zu uns gehört, bleibt bei uns;
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich,
die größer sind als unsere Einsicht
und mit denen wir nur scheinbar in Widerspruch stehen.
Man muß in sich selber leben,
und an das ganze Leben denken,
an alle seine Millionen Möglichkeiten,
Weiten und Zukünfte,
denen gegenüber es nichts Vergangenes
und Verlorenes gibt.


Rainer Maria Rilke













Dezember 23, 2015

Zu Weihnachten wird es still.

In mir und um mich herum. 
Raum für gute Gedanken und Lyrik von R.M. Rilke.


Was mich bewegt 


Man muss den Dingen
die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann,
alles ist ausgetragen -
und dann geboren...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.

Er kommt...!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor Ihnen läge,
so sorglos, still und weit.

Man muß Geduld haben
gegen das Ungelöste im Herzen
und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben,
wie veschlossene Stuben
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.


Rainer Maria Rilke



Ich wünsche Euch allen von Herzen eine gute Weihnachtszeit. 
Ich danke Euch allen für das vergangene Jahr, Eure Worte und Bilder und Taten.
Ich freue mich über soviel herzliches Leben in der virtuellen Welt.
Ich hoffe, dass Ihr auch im kommenden Jahr meine BegleiterInnen sein werdet.


Eure Erika





Mai 01, 2015

Kunterbunt beginnt der Mai


 mit dem zauberhaften N, welches Swantje (Nasenflöter - facebook) auf die Reise zum Frühlingsreigen der Frühling Mail Art geschickt hat. Gesammelt wird er auf Michaela´s Blog Müllerinart. Es fehlt nur noch ein Buchstabe, der in der nächsten Woche ankommen wird. Wo sind bloß die letzen Wochen geblieben? 


Ausgeschnitten wurde es aus buntem Frühlingsstoff und auf die Vorderseite der Karte genäht. Ich liebe diese Mixed Media Art und freue mich sehr, über das schöne N, dessen Innenleben mit weiteren Schönheiten aufwartet. Wer würde sich nicht freuen, über Krokus, Übermut, Lächeln, Zwitschern, Sonne und Glück?! Ganz herzlichen Dank, liebe Swantje! (Das Wort mit dem Hausputz überspringe ich mal :))


Wird zum feinen Vergissmeinichtblau, das sich seinerseits auf die Reise zu Helga (Holunderblütchen) und dem Flowerfriday macht. Gehofft habe ich auf  zarte Maiglöckchen aus dem Garten. Aber es ist zu nass und zu kalt, die Blüten sind nicht einmal als Knospe vorhanden.


Nun feiert das Kleine Blaue den Mai, inmitten einer Vasenparade in Blau- und Türkistönen. Ich wollte eigentlich einen größeren Strauß haben. Doch ich habe es nicht übers Herz gebracht, mehr von diesen herrlichen Farbtupfern für die Vase zu schneiden. 



Etwas besinnlicher und erdiger geht es in meinem Kästchen zu. Gemeinschaft heilt ...
Die Häuser sind roh aus selbsttrocknender Tonmasse geformt. Es ist bewußt rau und unfertig gehalten, um Raum für immer neue Assoziationen zu lassen.


Meinen Frühlingsreigen heute schließe ich mit Gedanken von R. M. Rilke. Irgendwie passen sie auch zu meinen Häusern und der Hoffnung, dass Gemeinschaft heilt.

Darin besteht die Liebe: Daß sich zwei Einsame beschützen und berühren und miteinander reden.


Rainer Maria Rilke




Lasst Euch berühren vom Wonnemonat - und seid beschützt !

Eure Erika


Oktober 17, 2014

Behutsam und leise

nähere ich mich wieder dem Malen.
Es entstand dieses Aquarell, 
zu einem Gedicht von R. M. Rilke.


Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden, 
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
und wie Legende weit und überwunden.


Ist es melancholisch? Ja, ein wenig, ganz am Rande. Da wo die Blätter zuerst ihre Farben ändern. Und fügt sich nahtlos ein, in den Reigen der leuchtenden Herbstfarben.


Schmücken und erfreuen in Küche und Zimmer, bevor das Regiment der Weihnachtsbäume beginnt. Die Läden sind schon gut gefüllt mit Weihnachtsdekorationen aller Art. In sechs Wochen beginnt schon die Adventszeit. 


Letzte Grüße des Sommers, machen sich auf den Weg zu Helga´s Friday-Flowerday und zu Euch, Ihr lieben Leserinnen.



 Ich wünsche Euch ein buntes Wochenende! Der Herbst werde sich von seiner schönsten Seite zeigen, meint das ARD Wetterstudio.

Habt es fein und sonnig und bunt!


Eure Erika











Juni 11, 2014

Es gibt eine Menge Menschen,
aber noch viel mehr Gesichter,
denn jeder hat mehrere.

Rainer Maria Rilke
















So ist die Botschaft der Rosen heute für mich.
Täglich verändern sie Aussehen, Farbe und Duft. 

Gestern noch kaum blühend  
entzücken sie heute Augen und Nase.
Rose Mozart

Lüften ihre Geheimnisse, für ein paar Stunden
und locken -

nicht nur mich.


Rosa Gallica

Gibt es Zarteres als diese Schönheit, 
ihre Verlockung 
um das Wissen 
der vielen Gesichter 
in ihr und in mir ?