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Februar 02, 2017

Visionensuche

Das Lichtfest Imbolc - Lichtmeß findet in diesen Tagen statt. Die Zeit der Winterfeste endet, die Energien verändern sich. Begonnen mit der Herbst- Tag und Nachtgleiche, Halloween/ Samhain und der Winter- Tag und Nachtgleiche, ist dies die letzte "Station" der Alten im Jahreskreis. Hier, um Imbolc, wird sie zur jungfräulichen Göttin. Es ist für mich die Mondin in ihrer jugendlichen Erscheinung.



 Die Tage werden nun deutlich länger und erlauben uns, unsere Wünsche und Träume in den Frühling zu schicken. In dieser Jugendlichkeit, der luftigen Freiheit und unserer intellektuellen Stärke, sind wir bereit auf Visionensuche zu gehen. Wissend, dass die Quelle in uns ist, sind wir bereit zu wagen 
und zu suchen.

Indem wir dem inneren Wissen vertrauen, verbinden wir uns mit dieser Kraft. Wir entwickeln mehr und mehr Bewußtsein, mit dem Gefühl der Wahrheit und dem Vertrauen in die eigene innere Stärke. Dinge werden klar, wie von selbst geschieht Erkennen. 


* * * * *


Weil ich es sehr passend finde, möchte ich noch das Gedicht Vorsatz von  Dawna Markova zitieren. Ich fand es im Adventskalender "Der andere Advent" des Andere Zeiten e.V.





"Ich möchte kein ungelebtes Leben sterben. 
Ich werde nicht in Angst leben abzustürzen 
oder Feuer zu fangen. 

Ich ziehe es vor, meine Tage zu bewohnen, 
meinem Leben zu erlauben mich zu öffnen, 
mich weniger ängstlich zu machen, zugänglicher, 
mein Herz freizumachen bis es ein Flügel wird, 
eine Fackel, ein Versprechen. 

Ich ziehe es vor meine Wichtigkeit zu riskieren; 
zu leben so daß was zu mir als Samen kommt 
zum Nächsten als Blüte geht und das was zu mir 
als Blüte kommt, als Frucht weitergeht."




Dawna Markova

  





Oktober 10, 2016

Mein Herbstmädchen

ist fast fertig. Die Strümpfe fehlen noch und vielleicht noch geflochtene Zöpfe ... und eine Tasche ... und ...


Sie entstand für die Puppenmitmachereibei von Naturkinder (das vierte Treffen) und Mariengold (hier). Ich hatte mir vorgenommen, eine Puppe nach Pippis Vorbild zu fertigen. Darüber habe ich hier geschrieben.


Hmm, es ist eine Sache, eine Puppe zum Leben zu erwecken, und es ist eine andere Sache, einen bereits bestehenden Charakter nachzuempfinden. Ich hatte dieses Bild im Kopf, aus meiner Kindheit und es war Inger Nilsson. Schon bei der Augenfarbe spürte ich, dies ist nicht meine Pippi. Die "Inger-Pippi" hat blaue Augen, mir stand der Sinn  nach grünen Augen, und doch habe mich für blaue entschieden. Und irgendwie stimmt es nicht. 


Pipis Zöpfe sind geflochten, mir gefallen heute offene Zöpfe besser.  So wie mir Pipi heute der Rolle ein weg zu angepaßt scheint. Es ist schwierig, dafür die passenden Worte zu finden. 


Pipis Farben, die die Farben des Herbstes sind, tauchen auch auf meiner Leinwand auf. Auch das Bild ist noch unfertig, ohne das ich sagen könnte, was noch kommen wird. Ich vermute, es mangelt noch an  dunklen Farben, die der Jahreszeit Tiefe geben.


Es sind stille Herbsttage, und ich habe im Internet ein Gedicht gefunden, das Fra Giovanni Giocondo im Jahre 1513, zum Weihnachtsfest an Gräfin Allagia geschrieben hat. Ich möchte es hier teilen: 

* * * * *

„Ich grüße Dich als Freund, und tief ist meine Liebe für Dich. Nichts kann ich Dir geben, das Du nicht schon hättest. Du aber kannst vieles, sehr vieles nehmen, was ich nicht geben kann. Es gibt für uns erst einen Himmel, wenn unser Herz im Hier und Jetzt zur Ruhe kommt. Nimm also den Himmel! Es gibt keinen künftigen Frieden, der nicht schon jetzt in diesem Augenblick verborgen läge. Nimm also den Frieden!

Die Schwermut der Welt ist nur ein Schatten. Dahinter, und doch zum Greifen nahe, liegt Freude. Mitten in der Finsternis strahlen Glanz und Herrlichkeit, wenn wir nur sehen können. Und um zu sehen, müssen wir nur schauen. Ich beschwöre Dich also, mach‘ Deine Augen auf!

Das Leben schenkt so großzügig. Wir aber urteilen nach der äußeren Hülle der Gaben und verwerfen es als hässlich, schwer oder hart. Schaue unter die Hülle und Du wirst eine lebendige Pracht finden, von Liebe gewoben in Weisheit und mit Kraft. Nimm‘ dieses Geschenk dankbar in Empfang und Du wirst die Hand des Engels fühlen, die es Dir bringt. Alles, was wir Heimsuchung, Leid oder Verpflichtung nennen, kommt, glaube mir, aus des Engels Hand; es ist Geschenk und Wunder einer überschattenden Gegenwart.

So auch Deine Freuden. Sei nicht zufrieden mit ihnen als bloße Freuden; auch sie verbergen göttlichere Gaben. Das Leben ist so voller Sinn und Bedeutung, so voll verschleierter Schönheit, dass Du entdecken wirst: Die Welt verhüllt nur Deinen Himmel. Habe also Mut, ihn zu beanspruchen! Darauf allein kommt es an. Aber Mut hast Du ja, und die Gewissheit, dass wir gemeinsam als Pilger auf dem Weg sind durch fremdes Land heimwärts.

Und so grüße ich Dich denn zu dieser Jahreszeit, nicht wie die Welt Grüße sendet, sondern mit tiefer Ehrfurcht und bete, dass für Dich „der Tag anbrechen möge und die Schatten weichen“, jetzt und für immer.“

* * * * *

Und so grüße ich Euch!









Mai 23, 2016

Maifreuden

Die letzte Puppe im Reigen der Karottenrothaarigen ist Mollie. Sie ist nach einem Schnitt von Mariengold (www.mariengold.net/) gearbeitet und ca. 45 cm groß.


Wie die meisten Puppen mag sie das Fotografieren nicht sonderlich und schaut eher skeptisch meinen Verrenkungen zu, die ich währenddessen  mache. Klar, dass sie sich danach erst mal ausruhen muß, von so viel Bewegung und den neuen Eindrücken. 



 Ein Ölbild auf Holz wurde auch fertig, in dieser Vollmondzeit. Es ist die  Mondgöttin und auch sie kam zum Fototermin mit in den Garten.  


Ich genieße sehr die Zeit, die ich nun Draußen sein kann. Ich laufe und schaue gerne mit der Maus zusammen in Mutter Natur. Versuche alle Kräutlein zu bestimmen, die uns begegnen - und deren "Wirken" zu erinnern. 





Wiesenkerbel fühlt sich auch im lichten Wald wohl.


Beeindruckende Himmel, die sich im Teichwasser spiegeln



und Weißdorn am Ufer.


Dazu passt für mich die Lektüre von Wolf-Dieter Storl (http://www.storl.de/). "Die alte Göttin und ihre Pflanzen" ist ein handliches Buch mit schönen Illustrationen. Es ist für mich gerade sehr stimmig, die feinen Plaudereien des Herrn Storl zu lesen und zu lernen, bzw. zu erinnern.  




Wieder Zuhause, laufe ich zwischendurch immer wieder in den Garten und mache Fotos, wie hier von den Regenperlen, die das nächtliche Gewitter gebracht hat.


Es heißt ja, Tränen seien die heimlichen Tränen der Fische (Tierkreis). Vielleicht mag ich sie deshalb so gerne.





Und immer wieder begegnet mir die "gewöhnliche" Akelei, die mir so viel Freude macht. Sie findet überall im Garten ihren Platz und sät sich munter immer wieder selber aus. Die Akelei ist nicht nur giftig, in einem Pflanzenbestimmungsportal fand ich folgende Information: 
pflanzen-deutschland.de/Aquilegia_vulgaris.html

Ich wünsche Euch schöne Maitage. Es sind diese, von denen wir im Winter zehren und die wir uns herbei wünschen...

Habt es fein!











April 24, 2016

Impressionen von Bewegung und Stille

Während der Frühling draußen sein Füllhorn ausschüttet, ist es drinnen  ruhig. 
Das Yin zum äußeren Frühlingsrauschen ist nachdenklich und still. 

"Gelandet "  Öl und Kreide auf Holz
So wie die Ahnfrauen und -männer scheinbar reglos auf Zeitreise sind.
Der Gegensatz von laut und leise, brausend und bedächtig könnte größer nicht sein.

In diese Zeit passte gut eine Wildkräuterwanderung, die die Familienbildungsstätte Lüneburg angeboten hatte. Wir liefen in teilweise strömenden Regen durch Mutter Natur und erfreuten uns an ihren Wundern.



Diese Schlehensträucher stehen noch ganz am Anfang ihrer Blüte. So klein und filigran boten sie einen beeindruckenden Kontrast zur rauen Umgebung. Neben ihrer Heilwirkung habe ich bei wikipedia.org/wiki/Schlehdorn  u.a. folgendes gefunden:


Die Schlehe zählte früher zu den Pflanzen, mit deren Hilfe sich Ernte und Wetter vorhersagen ließen. So wurden die Tage, die zwischen dem Erblühen der Schlehe und dem 23. April – dem Georgi-Tag – lagen, gezählt, um den genauen Erntetermin der Getreideernte um den Jakobi-Tag (25. Juli) zu bestimmen. Ein gehäuftes Auftreten von Schlehen bedeutete einen besonders strengen Winter, so der Volksglaube.
Dem dornenreichen Gehölz wurde auch eine starke Schutzwirkung gegen Hexen zugeschrieben. Deshalb wurden Weiden und Höfe oftmals mit Schlehen umpflanzt.

Zahlreiche Legenden befassen sich mit dem frühblühenden, auffällig reinweißen Blütenschmuck der Schlehe. In Posen wird berichtet, dass der Kreuzdorn der Schlehe unterstellte, ihre Zweige für die Dornenkrone Jesu bereitgestellt zu haben. Um die Unschuld der Schlehe zu offenbaren, schüttete Gott des Nachts unzählige weiße Blüten über dem Strauch aus ...

Heute, eine Woche später, ist der Frühling weiter, auch der Garten grüner. Vor allen Dingen sind es Giersch und Brennessel, die mich an meine guten Vorsätze erinnern. Sammeln und trocknen der Kräuter für Tee und Teller. 



Neben einigen anderen Sträuchern, pflanze ich dieses Jahr einen weiteren Holunder, und (Beeren)Sträucher. (Haselnuß für das Dinkelbrot, Stachelbeere und Johannisbeeren für Tee und Kompott.) 



Auch ein weiteres Insektenzuhause wird noch aufgehängt. 


* * * * * 

Auf meinem Weg vom Parkhaus in Richtung Lüneburger Innenstadt (ist zugleich mittelalterliche Altstadt), laufe ich gerne in der Waagestraße, am Rathauskomplex der alten Salzstadt entlang. 


 Im geschützten Innenhof ist der Frühling stets ein paar Tage früher als bei uns im Dorf zu bestaunen. Es ist eine schöne Einstimmun auf das geschäftig bunte Treiben in den Fußgängerzonen.


Reizvolle Mauerdurchbrüche gestatten romantische Eindrücke, die zu jeder Jahreszeit schön sind. 



So bleibe ich weiter beim Suchen und Finden des Schönen.
Laut und leise, Drinnen und Draußen.

Eure Erika











Oktober 22, 2015

Milli

heißt die Neue. Sie ist meine zweite selbst genähte Puppe, nach Art der Waldorfpuppen. Weil ich mich nur schwer entscheiden mag, welches der Bilder,
 die ich heute gemacht habe zeigen will, müßt Ihr stark sein. 
Es kommen einige auf Euch zu.


 Milli ist aus Puppentrikot genäht und mit Schafwolle gefüllt. Ihr Kleid ist aus feiner Baumwolle, einem Tilda-Stoff. In die zarten Blüten habe ich mich schon vor einer Weile verliebt, wollte eigentlich Schafe daraus nähen, oder oder ...




Die Jacke habe ich gehäkelt, nur mit den passenden Schuhen klappte es noch nicht. Sie fallen größer aus, als sie sollen und dürfen daher nicht mit aufs Bild.


Milli ist eine zurückhaltende Puppe. Sie steckt ihren Kopf gerne in ein Buch -


 und vergißt ganz, dass sie einen Fototermin mit mir hat. 


Sie hat ein eigenes Köfferchen bekommen und ich bin sicher, dass da noch mehr Lektüre drin steckt. Zeigen wollte sie den Inhalt heute nicht. Sie meinte, dass ich am Wochenende einen Blick riskieren dürfe. 


Ihre Freundin Emmi ist aus der Familie der von Käthe Kruse gefertigten Puppen. Sie ist 38 cm groß. Milli sollte ca. 40 cm groß werden, was aufgrund meiner großzügigen Auslegung des Puppenschnitts nicht gelungen ist, hüstel ... 


Hier kann man die Größenunterschiede noch einmal gut sehen. Die Käthe Kruse-Puppe ist die zweite ihrer Art, die hier eingezogen ist. 
Mein Liebster hat sie mir geschenkt. Sie ist nicht nur hübsch anzuschauen, 
sondern hilft mir beim Puppenmachen.


Ich kann nun einiges besser verstehen, was aus den Schnitten alleine   nicht immer nachvollziehbar war. Z.B. die Dicke der Gliedmaßen oder wie fest sie gestopft ist. Auch die Haare sind ein kniffliges Thema für mich. Es gelingt mir nicht, mich zu beschränken. Irgendwie liebe ich diese dichten Mähnen. Sie sehen herrlich nonkonform aus, drücken Individualität aus.

 * * * * *

An der Staffelei sind diese beiden himmlischen Schwestern entstanden. Ich widme sie meinem Schwesterherz. 




Das Bild entstand in Mischtechnik aus Ölfarben, 
Gel- und Aquarellstiften. 


So danke ich Euch, dass Ihr bis hier durchgehalten habt. Es ist ein "puppenlastiges" Posting, weil es sich deutlich heraus kristallisiert, dass ich das nicht missen möchte, dass hier mein Herz schlägt. 

Ich wünsche Euch schöne Herbsttage! Und eine himmlische Schwester an Eurer Seite. Eine, die mit Euch kreativ ist, mit der Ihr Puppen machen könnt ... 
oder Bilder malen ... oder ... oder ... 


Eure Erika & Milli








Oktober 07, 2015

Seligkeitsdinge

 nannte Asteid Lindgren Dinge, die uns berühren, uns verzaubern, an die wir uns zu gerne erinnern und die wir leben. In den vergangenen Wochen habe ich über meine  Seligkeitsdinge nachgedacht. Ich habe Bilder gemalt, Worte geschrieben, mich an Blumen berauscht.

Öl auf Holz
 Noch suche ich einen Weg, diese Seligkeitsdinge in einen Rahmen zu geben. Schaue mit Sehnsucht zu den Menschen, die eine Richtung so klar als die ihre definieren können. Wünsche mir, nicht immer hin und her zu pendeln. Und habe doch keine Wahl, es so zu leben, wie es in mir Zeit und Raum fordert. Das ewig gleiche und immer neue "Anerkennen was ist" scheint immerwährend wie das Gras.

Öl auf Leinwand
Ein Seligkeitsding ist der kleine Holzschnitt von Sabine Nier. Gefunden in der Galerie im Kloster, in Riebnitz Damgarten, schaut er nun zusammen mit anderen auf mein Tun am Schreibtisch.


Ein anderes Seligkeitsding sind Puppen. Puppen anschauen, berühren, machen.


So bin ich gerade  bei den Waldorfpuppen gelandet.



Und schaue zu gerne in Karin Neuschütz Buch "Die Waldorfpuppe". Es gehört zu meinen ersten Büchern übers Puppenmachen und ist für mich und für viele andere die Waldorfpuppenbibel schlechthin. Schon ein wenig betagt aber immer noch uneingeschränkt empfehlenswert.


Bin selig über das kreative Chaos, das zum Puppenmachen gehört wie die Henne zum Ei. Und bin auch dankbar für diesen, in meinem Empfinden, herbstlichen Augenschmaus.


Was sind Eure Seligkeitsdinge? 


Was zaubert Euch Lächeln und Freude in Gesicht und Herz? 



Seid herzlich gegrüßt, aus dem Blauen Haus. Und bedankt dafür, 

dass Ihr mir die Treue gehalten habt - und für Euren Besuch.

Habt es fein!



PS: Die Häuser am Meer verlinke ich zu art-journal-journey .