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Mai 29, 2025

Auf meinen Spaziergängen, während der letzten Tage


 dachte ich häufig über das Thema Vertrauen nach und versuchte, es für mich zu beleuchten. Vertrauen... ist nicht sichtbar und doch kann es tragen wie Wasser. Man kann es nicht besitzen, es ist eine innere Entscheidung, manchmal gegen jeden Beweis. Es ist wie ein Samen in dunkler Erde – er wächst, wenn man nicht daran zieht, sondern ihm Zeit lässt, still und stetig.

Vertrauen ist mehr als das, was uns die Ratgeberliteratur in Begriffen wie Selbstvertrauen oder Zutrauen zu sich und anderen verkauft. Was ich meine und suche, ist das innere Wesen des Vertrauens – nicht als Ziel, sondern als Zustand und vielleicht sogar als ursprüngliches Schwingen mit dem Sein selbst.

Was wäre, wenn Vertrauen ein uraltes, inneres Lied ist, das schon vor unserer Geburt begonnen hat. Vielleicht liegt in ihm eine Art Erinnerung, die wir mitbringen – an ein Urvertrauen, das erinnert werden will. Und ganz hoffnungsvoll könnte es ein leiser Ruf sein, aus einer Zeit, die jenseits der messbaren Zeit liegt.

Vertrauen ist eine innere Dimension, die wir nicht wirklich erkennen können. Manchmal denke ich, dass Vertrauen eine Form des Gedächtnisses der Seele ist, vielleicht auch eine Bereitschaft zur Resonanz mit mir und anderen. Und manchmal ist Vertrauen einfach das Wagen eines Schrittes in die Nacht, getragen von nichts als einem inneren Leuchten.

Also ... ? Ist Vertrauen: 

eine geheime Übereinkunft zwischen Herz und Welt,

ein Wissen ohne Beweise,

ein Vorschuss an Liebe in eine noch ungelebte Richtung,

ein Ja zum (noch) Unbekannten, 

die Brücke zwischen dem Jetzt und einem Vielleicht ... ?

Sicher scheint: Vertrauen ist eine Form von Mut: sich öffnen, ohne sicher zu sein, empfangen zu werden. Wie eine Hand, die du ausstreckst, ohne zu wissen, ob sie berührt wird.  Doch diese Geste kann alles verändern. Mir fallen dazu Worte von Hilde Domin ein:  

 

Nicht müde werden,

sondern

dem Wunder,

leise wie einem Vogel,

die Hand hinhalten

 


 



Januar 26, 2015

Im Dachstübchen

ist es in diesen Tagen warm und kuschelig. Auch am Tag brennen die Lampen, weil das Tageslicht den Arbeitstisch nicht ausreichend erhellt. Genau der richtige Platz, um zu lesen, zu filzen und Puppen zu bauen. 


































Diese Puppe ist eine "Clay over Cloth Puppe", die ich schon im vergangenen Jahr begonnen habe. Über den Stoffkörper werden der Körper und Kopf der Puppe mit Paperclay modelliert und bemalt.


Zum Fototermin hat sie ein Unterkleid aus dem Fundus bekommen. Die endgültige Kleiderfrage ist noch nicht entschieden. Etwas mit einer alten Spitze stelle ich mir schön vor.
Ihre "Wohnung ist eine Holzkiste mit Deckel. Das Innenleben der Kiste möchte ich der Kleidung der Puppe anpassen. 

Hier ist der Hut besser zu sehen, mit seiner Schnecke über dem rechten Ohr.




Neben dem Fenster schweben noch weihnachtliche Wollengel. Auf Befragen haben sie mir mitgeteilt, dass sie gerne noch eine Weile bleiben würden. Diesen Wunsch erfülle ich sehr gerne.


Und lasse mich inspirieren. Sie erinnern mich an ein Gedicht von Hilde Domin:

Wolken von Zärtlichkeit 
fangen mich ein
und das Glück beißt 
seinen kleinen Zahn
in mein Herz.


Ich grüße Euch, liebe Leserinnen, mit kleinen Wolken aus Zärtlichkeit und Glück

Eure Erika













Februar 21, 2013

Nicht müde werden

 
Face # 20  &  # 21
 
"Nicht müde werden,
sondern dem Wunder
leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten ..."
 
 
 
Sagt Hilde Domin in ihrem gleichnamigen Gedicht.
 
 
Sind diese Worte nicht wunderbar dazu geeignet uns zum Durchhalten
 
anzuspornen?! Zum Beispiel weiter an den 29 Gesichtern zu arbeiten, auch
 
wenn man, wie in meinem Fall, gerne wieder eine Puppe arbeiten möchte.
 
Aber zwei Dinge gleichzeitig schaffe ich nicht - und so ist mein Gesicht # 20
 
heute eine Skizze zu einer Puppe, die ich im Stil der Queen Anne Puppen
 
gestalten möchte. Nicht aus Holz, wie die Originalpuppen, sondern aus Paper
 
Clay will ich sie formen und bemalen.
 
 
 


 
 
 
Ich habe mich für Pastelltöne entschieden.




Zartes Rosa bis Lachs und einen pudrigen Vanilleton. Zusammen auf dem
 
elfenbeinfarbigem Teint, wird es schön aussehen.
 
 
* * * * *
 
 
Ein Post, der mit Hilde Domin beginnt, darf natürlich auch gerne
 
mit ihr enden. Mein zweites Gesicht soll Hilde Domin zeigen, in reiferem
 
Alter, mit Falten und Fältchen ...
 


 
 
 
So schließt sich für mich ein Kreis. Wenn es an anderer Stelle heißt,
 
gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf, sehe ich an Hilde Domin,
 
dass es möglich ist/ war. Gibt es dafür Worte? Für die Zeit nach der Jugend,
 
die wir - noch immer graziös und mit Bravour - zu leben gelernt haben ...
 
 
 
Meine Lieben, ich grüße Euch alle herzlich,
 
mit der mir möglichen Grazie -
 
und wünsche Euch einen bravourösen Freitag !
 
 
Eure Erika